Sommerfest 2013
Sonntag, 16. Juni
Erstkommunion 2013
Mit Jesus in einem Boot.
FRONLEICHNAM 2013 im St. Marien-Dom
Bilder von der Prozession
Herzlich Willkommen Msgr. Mies
Domkapitulaer Peter Mies neuer Dompfarrer
"geist + reich" am St. Marien-Dom
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02.02.2012: „Ökumene liegt mir am Herzen“
Zum Fest des hl. Ansgar wurde Georg von Oppenkowski am 3. Februar 1962 von Bischof Dr. Helmut Hermann Wittler im Dom zu Osnabrück zum Priester geweiht. An seiner Seite 15 andere junge Männer. Im Gespräch blickt der Dompfarrer auf 50 Jahre Priesteramt zurück.
Im Jahr Ihrer Priesterweihe, 1962, wurde zugleich das II. Vatikanische Konzil durch Papst Johannes XXIII. eröffnet. Wie haben Sie das damals erlebt?
Das war eine ganz große Aufbruchstimmung! Es war, als ob die Fenster aufgingen. Wir hatten eine große Erwartung. Unsere Primizmessen haben wir noch ganz in der alten Form gefeiert. Aber ich weiß noch, wie ich als Kaplan in Heilig Kreuz in Osnabrück probeweise den Altarraum nach der neuen Form mit eingerichtet habe. Für uns war die theologische Vorstellung von der Kirche als Volk Gottes entscheidend: Wir sind Getaufte, Gefirmte und feiern in dieser Gemeinschaft Eucharistie.
Heute spricht man eher von Kirchenaustritten und Pastoralen Räumen. Wie fällt Ihr Urteil über das Konzil ein halbes Jahrhundert später aus?
Ich bin nicht enttäuscht. Wenn wir uns als Volk Gottes auf den Weg machen, ist das ein großer Aufbruch ähnlich wie der Auszug der Israeliten aus Ägypten. Damals hat das Volk auch gemurrt, gezweifelt. Aber Gott ist mit seinem Volk auch weiter auf dem Weg.
Sie sind seit 1990 Pfarrer der St. Marien-Kirche, die 1995 Bischofskirche wurde. Hat sich die Domkirche im Stadtteil etabliert?
St. Marien wurde quasi im Hinterhof gebaut, weil die Katholiken damals kein anderes Baugrundstück fanden. Der Vorteil ist die Nähe zum Hauptbahnhof: St. Marien ist zentrumsnah, die Menschen – auch aus der Gemeinde – kommen von überall hierher. Viele Missionen finden sich rund um den Dom: Portugiesen, Kroaten, Koreaner. Die Spanier und Italiener gehören ebenso zum Pfarrgebiet. Natürlich ist St. Marien jetzt in erster Linie Bischofskirche, aber sie muss auch ein Platzhalter sein durch Gebet und geistliches Leben. Gottesdienste und ständige Beichtgelegenheiten müssen für die mobilen Menschen verlässlich sein. Bedauerlich finde ich, dass es trotz aller Versuche bisher keine Hinweisschilder zur Domkirche gibt.
Sie arbeiten eng mit den Pastoren Kay Kraack und Gunther Marwege von der evangelischen Dreieinigkeitskirche zusammen.
Wir sind seit Jahren gut befreundet. Wir haben in St. Georg eine gute Zusammenarbeit, bei der Fronleichnamsprozession gibt es sogar an der Kreuzigungsgruppe vor der Dreieinigkeitskirche eine Gebetsstation. Auch den Kontakt zu den Muslimen pflegen wir und beten am Karfreitag vor der Kreuzigungsgruppe gemeinsam. Die Ökumene liegt mir sehr am Herzen. Da hat sich zum Glück viel geändert. Ich habe persönlich miterlebt, was das bedeutet. Als meine älteste Schwester einen evangelischen Christen geheiratet hat, gab es noch keine ökumenischen Hochzeiten. Das war damals gleichbedeutend mit einer wilden Ehe und hat unsere Familie sehr belastet. Meine erste gemeinsame Trauung mit einem evangelischen Pastor war eine großartige Erfahrung, die ich nie vergesse. Evangelische Pastöre sind mir gute Wegbegleiter geworden, sie kommen auch zu meinem Jubiläum, und der Tag klingt mit einem ökumenischen Abendlob aus.
Sie leben seit 22 Jahren in St. Georg. Was hat sich geändert?
Ich kenne St. Georg sogar schon aus Schulzeiten: Damals lebten wir in Tornesch, aber ich habe die Sankt- Ansgar-Schule direkt an der St. Marien- Kirche besucht. Die Schulräume waren in dem Gebäude, in dem heute die Kita untergebracht ist. Zweieinhalb Stunden dauerte die Fahrt täglich. Als ich 1990 hierher kam, war St. Georg ein typisches Bahnhofsviertel mit Drogen und Prostitution. Auf den Treppen vieler Hauseingänge lagen täglich die Spritzen. Und die Frauen standen sogar vor der Kirche. Die Situation hat sich heute deutlich gebessert. Dennoch gehört auch das Rotlichtmilieu zu St. Georg.
Ende des Jahres werden Sie 75 Jahre alt. Wie sehen Sie Ihre Zukunft?
Mit 75 Jahren soll man seinem Bischof den Rücktritt anbieten, das habe ich Anfang des Jahres getan. Der Erzbischof hat ihn angenommen. Ich gehe davon aus, dass mein Abschied Anfang des nächsten Jahres stattfindet. Ich wünsche mir jedoch, hier bleiben zu können. Ich liebe St. Georg und das offene Klima: Hier kann ich über die Lange Reihe gehen und werden von vielen erkannt und angesprochen. Der Stadtteil ist meine Heimat. Ich hoffe, dass ich eine Wohnung im katholischen Seniorenheim St. Bernard beziehen kann. Natürlich habe ich dem Erzbischof meine weitere pastorale Mitarbeit angeboten. Und ich weiß: Wie sich auch die künftigen Strukturen im Bistum entwickeln, ich kann immer als Priester mitarbeiten.
Quelle: Neue Kirchenzeitung, 29. Januar 2012